Jüdische Friedhöfe in Sachsen

Die Jugendlichen des Projekts „Shalom Sachsen-Böhmen“ (1998 – 2000) erarbeiteten erstmalig eine Dokumentation und Wanderausstellung zu jüdischen Friedhöfen in Sachsen und Nordböhmen. Sie erkundeten alle Friedhöfe vor Ort, fotografierten deren Erhaltungszustand und Geschichte.

Friedhofsarbeit

Friedhofsarbeit

1999_10_21 bis 05.11. Regierungspräsidium Ch (3)

Ausstellung im Oktober 1999 im damaligen Regierungspräsidium Chemnitz

 

Friedhof Annaberg Buchholz

Lage:
Gedenkhain auf dem neuem Städtischen FriedhofAnnaberg
Größe:
Kleines Rondell innerhalb des Friedhofs
Anzahl der Grabstellen:
17 Grabsteine mit 23 Namen
Gegründet:
zwischen1902 und 1905
Geschlossen:
1939
Beschreibung und Besonderheiten:
1902 erwarb die Jüdische Gemeinde von Annaberg das Grundsstück für einen Friedhof. Heute steht hier ein Neubaugebiet und nur ein Rondell mit einigen Steinen im Städtischen Friedhof erinnert an diesen Begräbnisplatz.

1938 war die Feierhalle gesprengt worden. 1939 musste auf Weisung der Stadt der Friedhof geschlossen werden, der ein Jahr später eingeebnet wurde. Die Leichen durften nach Chemnitz überführt werden, so wie einige der Steine. 1956 brachte man diese Steine nach Annaberg zurück und gestaltete mit ihnen einen Ehrenhain. Doch bis heute finden selbst diese letzten Zeugnisse keine Ruhe. 1977 fand die Autorin viele von ihnen umgestürzt vor.

Friedhof Bautzen

Lage:
an Muskauer Straße nahe GesundbrunnenBautzen
Größe:
ca. 1.200 qm
Anzahl der Grabstellen:
23 – beerdigt wurde 232 Personen
gegründet:
1900 – erste Beerdigung war 1906
geschlossen:
seit 1955 keine Beerdigung mehr
Beschreibung und Besonderheiten: Der Jüdische Friedhof liegt am Rande des Neubaugebiets Gesundbrunnen in einem durch einen Metallzaun eingefriedeten Gelände. Der Zutritt erfolgt über eine Allee von der Muskauer Straße aus. Der Friedhof diente den Juden aus Bautzen, Bischofswerda und Kamenz als Begräbnisplatz. Die Bautzner Gemeinde hatte bis zu ihrer Auslöschung durch die Nationalsozialisten 65 Mitglieder.

1950 wurden in der Nähe des Friedhofs vier Massengräber entdeckt, in denen 202 tote Häftlinge des KZ- Außenlagers Groß- Rosen in der Bautzner Firma WUMAG verscharrt worden waren. Die Leichname der Opfer erhielten auf dem Jüdischen Friedhof eine würdige Ruhestätte, die von einem eigentlichen Gelände durch eine Lindenallee abgeteilt ist. Dieses Gemeinschaftsgrab ist durch einen großen Sandsteinblock gekennzeichnet, mit einem auf der Spitze stehenden Dreieck und einem Schlangenrelief.

Friedhof Chemnitz

Lage:
am Kaßberg, neben Matthäusfriedhofchemnitz
Größe:
ca. 13.000 qm
Anzahl der Grabstellen:
ca. 1.260
gegründet:
1878
geschlossen:
wird bis heute für Beerdigungen genutzt
Beschreibung und Besonderheiten: Gepflegte Kieswege führen zu den insgesamt 7 Abteilungen, in die der Friedhof eingeteilt ist. In einer Abteilung wurden nur orthodoxe Juden beigesetzt. Es gibt auch jeweils gesonderte Felder für Kinder und Rabbiner. Der Stein mit der ältesten Datierung stammt aus dem Jahr 1878. Mehrere Steine liegen umgestürzt, einige sind beschädigt. Beachtenswert sind einige monumentale Gräber von Juden, die in Chemnitz als Großindustrielle tätig waren. 1882 war eine Trauerhalle errichtet worden. Sie blieb während der Nazizeit verschont und wurde inzwischen restauriert. Unmittelbar hinter dieser Feierhalle erinnert ein Obelisk an die 6 Millionen ermordeten Juden der NS- Zeit. 1940 bis 1942 wurden in einer Baracke die jüdischen Kinder unterrichtet. 1943 war das gesamte Gelände durch die Gestapo beschlagnahmt worden, und die Trauerhalle wurde zur Einlagerung von Material und Akten genutzt. 1944 wurde der Friedhof der Auto Union AG zur Anlegung von Splitterschutzgräben verpachtet.

Friedhof Delitzsch

Lage:
Biesnitzer Straßedelitzsch
Größe:
ca. 7.000 qm
Anzahl der Grabstellen:
426
gegründet:
1852
geschlossen:
letzte Beerdigung 1978
Beschreibung und Besonderheiten: Aus der Gründungszeit des Friedhofs sind keine Grabsteine mehr erhalten. Dafür ist 1860er Umgestaltung zu einem großzügig angelegten Parkfriedhof gut erkennbar. Der Görlitzer Friedhof unterscheidet sich von anderen Jüdischen Friedhöfen im heutigen Sachsen durch seine imposanten Grabmale, die fast an Grufthäuser erinnern. In einem Gemeinschaftsgrab liegen 323 Opfer des KZ „Biesnitzer Grund“. Sehr früh wurde bereits ein Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus errichtet. Während der NS- Zeit wurden auch auf diesem Friedhof sämtliche Metalleinfassungen und sogar der gesamte Außenzaun demontiert. Erhalten blieb erstaunlicherweise die imposante Trauerhalle. In der DDR- Zeit wurde sie an die Stadt Görlitz verkauft und aus dem Gelände des Friedhofs ausgegliedert. Die inzwischen restaurierte Halle dient der Stadt als Betriebsfriedhof. Nur selten gelingt es, einen Blick auf das schöne Buntglasfenster mit eingearbeitetem Davidstern zu werfen.

Friedhof Dresden

Dresden, Alter Jüdischer Friedhof dresden_1

Lage:
Pulsnitzer Straße 12 im Gebiet Äußere Neustadt
Größe:
ca. 3.000 qm
Anzahl der Grabstellen:
1.265 Beerdigungen, ca. noch 800 Grabsteine erhalten
gegründet:
1751
geschlossen:
1869, bis1900 noch 28 Beerdigungen
Beschreibung und Besonderheiten: Bis zur Gründung des Friedhofs mussten die Dresdner ihre Toten nach Teplitz und Soborten bringen. 1751 erhielten sie eine Konzession für einen Beerdigungsplatz weit vor den Toren der Stadt „Auf dem Sande“ am Ufer der Priesnitz. Damit ist er der älteste in Sachsen erhaltene Jüdische Friedhof, auf dem noch der ursprüngliche Charakter erhalten geblieben ist. Das Gelände in mitten eines Wohngebiets ist von einer hohen Sandsteinmauer umgeben. Die über 800 erhaltenen Grabsteine spiegeln die Stilrichtungen des Barock, Rokoko so wie Klassizismus wieder. Ursprünglich gab es gezielte Bepflanzung der Grabstellen. Heute ist der Friedhof vor allem durch den Bewuchs mit Efeu so wie wild wachsenden Bäumen und Pflanzen gekennzeichnet. Während der Zeit des Nationalsozialismus kam es zu einem Zwangsverkauf. Die geplante Einebnung und Umgestaltung in eine Grünfläche wurde nicht realisiert. Es ist auch der einzige jüdische Friedhof in Sachsen, der von der Entfernung der Kunstgitter um die Grabstellen verschont blieb.

Dresden, Neuer Israelitischer Friedhof

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Schändung 1998

Lage:
an der Fiedlerstraße 3, neben Trinitatisfriedhof
Größe:
30.000 qm
Anzahl der Grabstellen:
ca. 3.000
gegründet:
1867 – erste Beerdigung 1868
geschlossen:
wird weiter für Beerdigungen genutzt
Beschreibung und Besonderheiten: Mit mehr als 3.000 Grabstellen gehört der Neue Israelitische Friedhof in Dresden zu den größten jüdischen Friedhöfen in Sachsen. Schon in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts war eine Erweiterung in Richtung Tatzberg erforderlich, da sich damals die Gemeindezahl durch Zuwanderer aus dem Osten verdoppelte. Auf dem Friedhof finden sich Grabsteine mit klassizistischen Einflüssen, aber auch der Jugendstil. Wilhelm Haller gestaltete 1916 einen Gedenkstein für die Opfer der Gemeinde des 1. Weltkriegs. Wahrscheinlich zählt dieser Stein zu den ersten seiner Art in Deutschland. Die Feierhalle aus dem 19. Jahrhundert wurde während des Angriffs auf Dresden am 13. Februar 1945 zerstört, wie auch etliche Grabstellen. Nach dem Krieg wurde das Gebäude rekonstruiert und 1950 die erste neu errichtete Synagoge der DDR eingeweiht. Seit der Eröffnung der Neuen Synagoge Dresdens im November 2001 dient das Gebäude wieder als Trauerhalle.

Friedhof Görlitz goerlitz

Lage:
Biesnitzer Str.37
Größe:
ca. 7.000 qm
Anzahl der Grabstellen:
426
gegründet:
1852
geschlossen:
letzte Beerdigung 1978
Beschreibung und Besonderheiten: Aus der Gründungszeit des Friedhofes sind keine Grabsteine mehr erhalten. Dafür ist die 1860er Umgestaltung zu einem großzügig angelegten Parkfriedhof gut erkennbar. Der Görlitzer Friedhof unterscheidet sich von anderen jüdischen Friedhöfen im heutigen Sachsen durch seine imposanten Grabmale, die fast an Grufthäuser erinnern. In einem Gemeinschaftsgrab liegen 323 Opfer des KZ „Biesnitzer Grund“. Sehr früh wurde bereits ein Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus errichtet. Während der NS- Zeit wurden auch auf diesem Friedhof sämtliche Metalleinfassungen und sogar der gesamte Außenzaun demontiert. Erhalten blieb erstaunlicherweise die imposante Trauerhalle. In der DDR- Zeit wurde sie an die Stadt Görlitz verkauft und aus dem Gelände des Friedhofes ausgegliedert. Die inzwischen restaurierte Halle dient der Stadt als Betriebshof. Nur selten gelingt es, einen Blick auf das schöne Buntglasfenster mit eingearbeitetem Davidstern zu werfen.

Friedhof Leipzig

Leipzig, Alter Jüdischer Friedhofleipzig_alt

Lage:
Berliner Straße 123, neben Nordfriedhof
Größe:
19.829 qm
Anzahl der Grabstellen:
2.700
gegründet:
1864
geschlossen:
1928, letzte Beerdigung 1983
Beschreibung und Besonderheiten: Auf einem lang gestreckten Gelände gliedert sich der Friedhof in 5 Abteilungen, in denen zum Teil sehr beeindruckende Grabmale zu finden sind. Durch Bombentreffer zerstörte Bereiche wurden durch kleine Steine gekennzeichnet. Besonders beachtenswert ist das im Art- Deco- Stil von Wilhelm Haller geschaffene Denkmal für die gefallenen der Leipziger Gemeinde, die im 1. Weltkrieg gekämpft hatten. Insgesamt wurden hier 121 Namen verzeichnet. Ein Gedenkstein in der Kinderabteilung erinnert daran, dass während der NS- Zeit jüdischen Kindern das Spielen nur auf dem Friedhof erlaubt war. Während dieser Zeit mussten die Leipziger Juden ihre Toten auch wieder auf diesem eigentlich geschlossen Friedhof begraben, denn auf dem neuen Friedhof war dies verboten worden. Bei Rekonstruktionsarbeiten fanden Arbeiter unter Steinschalen verborgen die Porträts verstorbener Kinder. Solche Bildnisse sind normalerweise in der jüdischen Kultur nicht gestattet. Der Friedhof wird durch die Ephraim- Carlebach- Stiftung Leipzig erfasst.

Leipzig, Neuer Jüdischer Friedhofleipzig_neu

Lage:
an Delitzscher Straße 224, Stadtteil Eutrizsch
Größe:
24.000 qm
Anzahl der Grabstellen:
1.025
gegründet:
1928
geschlossen:
wird weiter für Beerdigungen genutzt
Beschreibung und Besonderheiten: Der in drei Haupteile gegliederte Friedhof weist einen reichen Baumbestand und eine umfangreiche Parkgestaltung auf. Große Grabmale spiegeln vor allem Stilrichtungen des beginnenden 20. Jahrhunderts wie Bauhaus und Art Deco. Es gibt aber auch noch Grabmale aus Holz. Die berühmte Feierhalle von Wilhelm Haller mit einer über 18 Meter frei gespannten Betonkuppel wurde mit großem Aufwand von den Nazis gesprengt. Im hinteren Bereich des Friedhofs befindet sich ein Plateau mit alten Grabsteinen des ältesten jüdischen Friedhofs Leipzigs, der 1814 in Johannistal gegründet und 1864 geschlossen worden war. 1936 kündigte der Rat der Stadt der Leipziger Gemeinde den Vertrag für das Gelände, und der Friedhof wurde ein Jahr später eingeebnet. Die Gemeinde erhielt jedoch die Erlaubnis, ihre Toten auf den neuen Friedhof umzubetten und dort auch einige der alten Steine aufzustellen. Beachtung findet hier vor allem der Grabstein eines Wunderrabbis.

 

Friedhof Meißenmeissen

Meißen besitzt heute keinen jüdischen Friedhof mehr. Bis zu dem Pogrom 1349, als die Juden als angebliche Pestverursacher öffentlich verbrannt worden sind, gehörte die Meißner Gemeinde zu den bedeutendsten im Osten des Deutschen Reiches. 1430 wurden die Juden von Kurfürst Friedrich dem Sanftmütigen endgültig aus Sachsen vertrieben. So mussten sie auch ihre Friedhöfe schutzlos zurücklassen. Sie verfielen, wurden überbaut oder wie in Meißen als Viehweide genutzt.

1994 entdeckten Bauleute bei der Renovierung eines alten Gebäudes in der Meißner Innenstadt einen merkwürdig beschrifteten Stein, der als Sturz über einen Lüftungsschacht im Keller verbaut worden war. Insgesamt 7 Fragmente solcher Steine fanden sich auch anderen Häusern. Sie stammen von jüdischen Grabsteinen. Die Höhe und die Art der Inschriften lassen die Vermutung zu, dass es sich um Steine einer mittelalterlichen Grabanlage handelt, die hier von Anwohnern einfach als Baustoffe genutzt wurden.meissen_1

Der Markgraf von Meißen gewährte den „Judenschutz“, der einerseits den Juden tatsächlich zeitweise einen gewissen Schutz bot, andererseits dem Markgrafen stattliche Einnahmen garantierte, da die Juden für diesen „Schutz“ an ihn Geld zahlen mussten. Als Zeichen für diesen Schutz versah Meißen sein Stadtwappen mit einem Judenkopf. Dieses Zeichen ist noch heute an dem Wappen zu sehen, das über dem Eingang des Meißner Rathauses angebracht ist.

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In Meißen lag der Friedhof der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde auf dem Jüdenberg. Weitab der Siedlung – wie es vorgeschrieben war. Die Häuser der Juden selbst befanden sich zwischen Stadtmauer und Triebisch. Es war ein so genanntes Judendorf – eine Ansiedlungsform, die nicht häufig bei Städten zu finden war. Zugang zur Stadt hatten Juden nur durch das Jüdentor (auf diesem Plan von 1558 „Judäa“ genannt), dass sie auch selbst finanzieren mussten. Auf dem heutigen Neumarkt stand einst eine Synagoge – vermutlich die erste in Sachsen.

 

 

Friedhof Plauenplauen

Lage:
am Tannenhof, Richtung Oberjößnitz
Größe:
genutzte Fläche 9.380 qm
Anzahl der Grabstellen:
130
gegründet:
1898 gekauft – 1. Beerdigung 1899
geschlossen:
letzte Beerdigung 1957
Beschreibung und Besonderheiten: Hohe Kastanienbäume überdachen den Jüdischen Friedhof in Plauen, für den 1898 das Gelände dem Rittergutbesitzer Klopfer abgekauft worden war. Obwohl während der NS- Zeit viele der Steine umgestürzt wurden, konnten die meisten wieder hergerichtet werden. Für Juden, die zwischen 1939 und 1942 in Plauen umgekommen sind, nutze man an der Friedhofsmauer ein Gemeinschaftsgrab. Dieser Jüdische Friedhof ist der einzige in Sachsen, der bereits in der Zeit der Weimarer Republik einem nazistischen Anschlag zum Opfer fiel, bei dem u. a. die Feierhalle beschmiert wurde. Diese Feierhalle überstand die Nazizeit. Sie wurde in dieser Zeit zu gewerblichen Zwecken genutzt und entging so der Zerstörung. 1987/88 wurde die Feierhalle zu einer Mahn- und Gedenkstätte umgestaltet, in der man sich über die Geschichte der Plauener Juden informieren kann.

Friedhof Zittauzittau

Lage:
an der Bundesstraße 99, Richtung Görlitz
Größe:
ca. 1.250 qm
Anzahl der Grabstellen:
64
gegründet:
1887
geschlossen:
letzte Beerdigung 1967
Beschreibung und Besonderheiten: Bis zur Begründung ihres eigenen Friedhofs mussten die Zittauer Juden ihre Toten bis nach Dresden oder Görlitz bringen. 1887 endlich bekamen sie einen eigenen Platz. 1908 konnten sie eine größere Feierhalle errichten. Wie auf vielen jüdischen Friedhöfen in Sachsen wurde diese am 10.11.1938 gesprengt, am gleichen Tag wie die Zittauer Synagoge. 1942 wurden alle Metallgitter zugunsten der Rüstungsproduktion entfernt. 1933 lebten in Zittau noch 145 Juden. Nach dem Krieg war die Gemeinde vernichtet. Bereits 1948 wurde auf dem Zittauer Friedhof ein Gedenkstein für die ermordeten Zittauer Juden errichtet. Wahrscheinlich war dies überhaupt der erste Gedenkstein dieser Art in Deutschland. Auf poliertem roten Granit ist zu lesen:

„Ein Licht Gottes ist der Menschen Seele. Zum Gedenken der vierzig jüdischen Seelen der Städte Zittau und Löbau, die in den Jahren 1933- 1945 hingerichtet, ermordet, vergast und verbrannt wurden. Weil sie Juden waren. Mögen ihre Seelen in die Gemeinschaft der Ewigen aufgenommen werden.“

Friedhof Zwickauzwickau

Lage:
Eingang von Thurmer Straße aus
Größe:
ca. 1.000 qm
Anzahl der Grabstellen:
84
gegründet:
1905
geschlossen:
letzte Beerdigung 1965
Beschreibung und Besonderheiten: Der kleine Friedhof in Zwickau ist eine gepflegte Anlage, für die sich auch Anwohner verantwortlich fühlen. Verwaltet wird das Gelände von der Jüdischen Gemeinde Leipzig, da die Zwickauer Gemeinde in der Zeit des Nationalsozialismus ausgelöscht wurde. An ihr Schicksal erinnern zahlreiche Urnengräber so wie ein Gedenkstein im Zentrum des Friedhofs. Auf der rechten Seite befinden sich 12 Grabreihen. Bei den Sandsteingräbern sind die für dieses Material typischen Verwitterungserscheinungen zu sehen. In dem parkähnlichen Gelände, in dem Lebensbäume und Koniferen gepflanzt wurden, finden sich auf der linken Seite noch weitere drei Reihen mit teilweise nur kleinen Gedenksteinen auf dem Urnenfeld. Die Grundmauern der zerstörten Feierhalle sind im hinteren Friedhofsbereich noch erkennbar.

 

 

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